Das Aalenium

Zusammen mit dem Dumortieren-Sandstein, der stratigraphisch zum oberen Toarcium gehört, bildet das Aalenium die Luxemburger Minette. Diese Schichtenfolge aus rotem Sandstein und Mergeln besteht größtenteils aus oolithischem Eisenerz. Unter Oolithen versteht man Erzkörner von konzentrisch-schaligem Bau, welche etwa 1 mm groß sind. Sie sind durch kieselige oder kalkige Beimengungen miteinander verkittet.

Die Luxemburger Minetteformation wird durch die Alzette in zwei Becken geteilt: westlich das Becken Differdange-Rodange, östlich des Flusses das Becken Esch-Rumelange-Dudelange. Im westlichen Becken sind die Gesteine kieselig ausgebildet, während sie im östlichen Teil kalkigen Charakter haben.

Das Aalenium beginnt über dem Dumotierensandstein mit den Opalinus-Schichten, benannt nach dem leitenden Ammoniten Lioceras opalinum. Dann folgen die Murchisonae-Schichten mit Harpoceras murchisonae. Die fossilreichen Concavus-Schichten bilden dann den Abschluss des Aaleniums and der Minetteformation.

Um sich bei der Fossilsuche nicht auf den Zufall verlassen zu müssen, sollte man naturlich die Schichten im Gelände erkennen. Eine Möglichkeit hierzu bietet der geologische Lehrpfad "Giele Botter" auf dem “Prenzebierg” bei Differdange. Die kleine Wanderung führt durch die alten Tagebaue and stellt Schichten des Aaleniums and des Bajociums vor. Im Übrigen bieten Wanderungen durch das Erzabbaugebiet gute Möglichkeiten zu Fossilfunden. In den ehemaligen Tagebauen hat sich zudem eine besondere Tier- and Pflanzenwelt angesiedelt, so dass der Naturfreund auf seine Kosten kommt. Erwähnen wir hier nur das Naturschutzgebiet "Haard" bei Dudelange mit seltenen Orchideen- and zahlreichen Schmetterlingsarten.

Hier nun eine Übersicht über Gebiete in denen der Fossiliensammler gute Funde machen kann.

Im "Frankelach" bei Dudelange kann man die Dumortieren-Schichten finden, "Lewfraechen" bei Kayl bietet vor allem Muscheln. Hier kann man, am Nationalen Bergarbeiterdenkmal beginnend, den Radwanderweg nach Rumelange benutzen. Dort sind auf dem Hutberg zahlreiche Ammoniten der Gattung Ludwigia sowie Nautiliden und Belemniten gefunden worden. Die Fundstelle ist allerdings ziemlich ausgebeutet. Die Tagebaue östlich Esch sind auch interessant, genauso wie der “Prenzebierg” bei Differdange.

Was kann man finden? Nun, am häufigsten sind zweifelsohne die Muscheln, gefolgt von Belemniten und Ammoniten. Korallen, Schnecken, sowie vor allem Seeigel sind seltener. Glücklich schätzen kann man sich, wenn man einen Ichthyosaurier-Wirbel gefunden hat. Im folgenden einige charakteristische Gattungen: Harpoceras, Lioceras, Ludwigia; Astarte, Pecten, Pinna, Pholadomya, Ostrea, Trigonia, Gresslya, Gryphaea, Gervillia; Megatheutis; Pyrgotrochus, Pleurotomaria; Clypeus; Montlivaltia, Isastrea; Serpula.

                            Robert Weis