Das untere und das mittlere Bajocium

Ganz im Süden des Landes, bei Rümelingen und bei Differdingen, finden wir die Schichten des Bajociums. Es sind die jüngsten Schichten, die man in Luxemburg antreffen kann. Die Artenvielfalt des Bajociums ist zwar nicht sehr groß, bietet dem Sammler aber trotzdem einiges.

Die Grenze zwischen Aalenium und Bajocium bilden die Glimmermergel, welche fossilarm sind. Ihr Name geht darauf zurück, dass sie weißen Glimmer (Muscovit) enthalten. Im Handstück fallen die Glimmerplättchen sofort durch ihren Glanz auf. Die Sonninienschichten umfassen eine Folge von grauen Mergeln und gelblich-braun verwitternden Kalken, wobei letztere schließlich im höheren Teil die Mergel verdrängen. Diese Kalkbänke sind unter dem Namen “Oettinger Kalk” bekannt. In den Glimmermergeln und in den Sonninienschichten kommen unter anderen folgende Fossilien vor: Sonninia sowerbyi, Ostrea, Pecten, Pholadomya, Rhynchonella, Cancellophycus sowie Bryozoen.

Der Hohebrückner Kalk ist ein dickbankiger, mächtiger Kalkstein, teilweise mit Trochiten erfüllt. Er ist gleichzustellen mit der Sphaeroceras-Schicht. An Fossilien seien Sphaeroceras polyschides und Sphaeroceras sauzei sowie Ostrea und Pecten erwähnt.

Der Korallenkalk ist ein Sammelbegriff für mehrere Schichtfolgen, unter ihnen der eigentliche Korallenkalk, der ganze Riffkörper aufbaut. Er bildet den für Fossiliensammler interessanten Teil der luxemburger Bajociumschichten. Außer den seltenen Ammoniten und Seeigeln findet man Korallen, Riesenbelemniten (50cm), Riesenschnecken (25cm), sowie große Nautilussteinkerne (50kg). Hier nun eine zusätzliche Artenübersicht: Stephanoceras, Megateutis giganteus, Bourgetia, Pleurotomaria, Ostrea, Plagiostoma, Pecten, Trigonia, Pholadomya, Terebratula, Rhynchonella; Cidaris, Acrosalenia; Isastrea, Thamnastrea, Montlivaltia; Serpula.

Früher waren Kalkbrüche im Süden Luxemburgs keine Seltenheit, heute bietet nur noch ein einziger, wenngleich sehr großer Steinbruch Fundmöglichkeiten auf der "Rümelinger Haed". Nicht weit von diesem Steinbruch, in dem Fossiliensammler vor allem nach den vorhin erwähnten Riesenformen suchen, liegt die stillgelegte Grube "Wéiskaul". Dieser früher sehr bekannte Fundplatz bietet heute allerdings nur noch sehr geringe Chancen. Im nahen französichen Grenzgebiet sind noch mehrere Gruben in Betrieb.

Robert Weis

Sehen Sie sich bitte die Seite unseres Mitgliedes Roland Felten über den Steinbruch in Rümelingen an! Hier gibt es zahlreiche Fotos und Erklärungen.

Literatur:
AGMP/GEOLOR- “Fossiles et minéraux de la carrière de Rumelange-Ottange”
Bintz/Harry/Mueller: Ardennes-Luxembourg, guides géologiques régionaux.Masson,Paris(1973).
Bintz/Maquil: Geologische Generalkarte Luxemburgs 1:100000. Service géologique Luxembourg.
Lucius: Das Gutland. Publications du Service géologique de Luxembourg, Vo1.5. Luxemburg(1948).
Lucius: Die Luxemburger Minetteformation. Publications du Service géologique de Luxembourg, Vol.4. Luxemburg(1945).
Streitz: Auf Fossiliensuche in Luxemburg. Luxemburg (1983)
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