Hettangium

An die Schichten des zur Trias gehörenden Rhäts schließt sich das Hettangium mit den Psilanoten-Schichten an. Das obere Hettangium bildet den Luxemburger Sandstein, aus dem die bizarren Felsformationen der Kleinen Luxemburger Schweiz ausgewaschen sind. Auch die Stadt Luxemburg mit ihren unterirdischen Verteidigungsgängen, den Kasematten, steht auf Luxemburger Sandstein, der den wichtigsten Quellenhorizont des Landes darstellt und gewöhnlich Steilabhänge bildet.
An der Basis desselben stehen die Psilanoten-Schichten an, die aber meistens durch Hangschutt verdeckt und daher selten aufgeschlossen sind.Sie bestehen aus einem Wechsel von grauen, geschieferten Mergeln und dunkelblauen Kalkbänken. Die Fundmöglichkeiten sind ziemlich eingeschränkt und an örtliche Baumaßnahmen gebunden. Die Psilanoten-Schichten findet man z.B. zwischen Noerdange und Rippweiler, wo auch das Rhät ansteht. Als typische Fossilien seien Seeigelstachel, Psiloceras planorbis und Plagiostoma gigantea genannt.
Die Angulaten-Zone bildet zusammen mit dem unteren Teil der Bucklandi-Zone den Luxemburger Sandstein. Dieser im frischen Zustand blau-graue, später gelbe Sandstein ist stellenweise sehr fossilreich. Sehr schöne Ammoniten- und Schneckenfunde wurden im Steinbruch bei Brouch/Mersch gemacht. (Sammlung Kurt Meiers). Allerdings ist die Verteilung der Fossilien so unregelmäßig nesterartig, dass ganze Gebiete wie die Kleine Luxemburger Schweiz als fossilarm bezeichnet werden müssen. Obwohl der Sandstein sehr hart ist und die Fossilien oft nur in Steinkernerhaltung vorliegen, lohnen sich sämtliche Anstrengungen angesichts der möglichen Funde.
Die Sandgruben sind auf luxemburger Gebiet recht zahlreich, so dass sich vielfältige Fundmöglichkeiten ergeben. Der Steinbruch bei Brouch/Mersch, wo mit die schönsten Funde gemacht worden sind, bietet zwar nicht mehr soviel wie vor zwanzig Jahren, bleibt aber dennoch interessant. Die Gruben auf Senningerberg führen eine reiche Fauna, ebenso wie der Steinbruch bei Altwies. Eine Besonderheit dieses Aufschlusses ist das häufige Vorkommen der Schnecke Tetraspira carinata. Bleiben noch die teilweise aufgelassenen Gruben im oberen Eischtal bei Steinfort und Eischen sowie westlich von Schuttrange zu erwähnen.
Die Fossilliste umfasst folgende charakteristische Arten: Schlotheimia angulata, Plagiostoma gigantea, Pecten, Cardinia, Ostrea, Turitella, Microshiza clathrata, Pleurotomaria sowie versteinertes Holz, diverse Korallenarten und zahlreiche Lebensspuren. Letztere kommen aber hauptsächlich dort vor, wo Körperfossilien ganz fehlen.