Das Toarcium

Das Toarcium hat vor einiger Zeit die aufsehenerregendsten Funde im Grossherzogtum Luxemburg geliefert. In den letzten 30 Jahren boten nämlich immer wieder diverse Großbaustellen gute Fundmöglichkeiten. Die dabei ans Licht gekommenen Fossilien, welche grössenteils in Septarien stecken, reichen von zahlreichen Kopffüßern über Fische bis zu spektakulären Meeressauriern.
Die Falciferen-Schichten und die bituminösen Schiefer werden gemeinhin als Posidonienschiefer bezeichnet, nach dem häufigen Auftreten der Muschel Posidonomya bronni. Diese tonigen Schiefer haben einen hohen Ölgehalt und gaben Anlass zu mehreren Destillationsversuchen.
Die dünngeschieferten tonigen Mergel setzen sich in den Bifrons-Schichten fort. Allerdings kommen hier vereinzelte Lagen von Kalkknollen (Septarien), im Volksmund versteinerte Brote genannt, vor. Sie erhalten nicht selten gut erhaltene, manchmal pyritisierte Fossilien. In den Schiefern selbst sind die Funde plattgedrückt. Über der Bifrons-Schicht erkennt man im Aufschluss gut die Crassus-Schicht. Sie ist sehr fossilhaltig, allerdings lässt der Erhaltungsgrad der Funde zu wünschen übrig.
Die Striatulus-Schichten mit den Voltzimergeln bestehen aus grauen Mergeln, welche in eine sandige Fazies übergehen. Über diesem gelben Sandstein folgen dann die Fallaciosus-Schichten. Sie ähneln dem Posidonien-Schiefer, die Schichtung ist jedoch gröber.
Die Levesquei- und Pseudoradiosa-Schichten des oberen Toarciums gehören petrographisch schon zur Minette, der luxemburgischen Eisenerzformation, die Gegenstand des nächsten Beitrages ist (Aalenium). Sie sind an ihrer rot-gelben Farbe erkennbar. Diese Schichten, auch noch Dumortierin-Sandstein genannt, bilden den unteren Steilanstieg der Cuesta des Doggers.
Kommen wir nun zu den Fundstellen. Die erwähnten Großbaustellen, welche vor allem bei Bettemburg, Düdelingen, Sanem und Bascharage sehr schöne Funde zu Tage brachten, gehören der Vergangenheit an. So ist man denn auf Felder angewiesen, die teilweise mit Bruchstücken von Septarien erfüllt sind, wie zwischen Sanem und Monnerich. Ein Aufschluss sei aber hier erwähnt, obwohl die Fundmöglichkeiten dort ziemlich gering sind. Es handelt sich um den Eisenbahneinschnitt zwischen Dudelange-Kreuzberg und der Autobahn nach Metz (Frankreich). In den verwitterten Mergeln findet man vor allem Belemniten, u.a. Dactylotheutis, sowie Bruchstücke von Ammoniten. Auch Brachiopoden und Muscheln konnte der Autor bergen.
Die Fossilliste umfasst: Harpoceras, Hildoceras, Dactylioceras, Passalotheutis, Dactylotheutis, Belotheutis, Posidonomya, Gryphaea, Astarte, Inoceramus, Pecten, Lingula, Orbicula, Pachicormus, Pholidophorus, Lepidotus, Leptolepis; Stenopterygius (Ichthyosaurier) .
Im Dumortierin-Sandstein sind u.a. folgende Arten zu finden: Dumortieria, Harpoceras, Trigonia, Pholadomya, Gresslya.

Robert Weis

Literatur
Bintz/Harrt'/Mueller: Ardennes-Luxembourg, guides géologiques régionaux.Masson,Paris(1973).
Bintz/Maquil: Geologische Generalkarte Luxemburgs 1:100000. Service géologique du Ministère des Travaux publics. Luxemburg. Harry: Epifaune et endofaune de Lyogryphaea arcuata. Publications du service géologique. Luxemburg(1987).
Lucius: Das Gutland. Publications du service géologique.Vol. 5. Luxemburg (1948).
Streitz: Auf Fossiliensuche in Luxemburg. Luxemburg(1983) Terquem/Piette: Lias inférieur de l'est de la France, de la Belgique et du Grand-Duché de Luxembourg. Paris(1865).